Bühlau

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Home- Geschichte- Flyer 850-Jahrfeier 1971-

Das war 1971 der offizielle Flyer zur 850-Jahrfeier von Bühlau ...
Es fand ein umfangreiches Programm mit großem Festumzug statt.

1121-1971
850 - JAHRFEIER  BÜHLAU

vom 14. Juli 1971 bis 18. Juli 1971
Sozialistisch arbeiten - kulturvoll leben!
Alle Kraft für die Stärkung unserer DDR und
der sozialistischen Staatengemeinschaft!
 

PROGRAMM

    14. Juli 1971 17.00 Uhr Filmveranstaltung (Familienveranstaltung)
                         20.00 Uhr Filmveranstaltung (Erwachsene)

    15. Juli 1971 15.00 Uhr  Rentnerveranstaltung *
                              mit dem Humoristen Hans Nitsche musikalische Begleitung Fritz Paufler
                         20.00 Uhr Vortrag: 850 Jahre Bühlau *

    16. Juli 1971 15.00 Uhr Kindernachmittag
                         20.00 Uhr  Bierprobe *  im Bierzelt mit dem Blasorchester Fortschritt
                                           Tanz auf der Freitanzdiele

    17. Juli 1971 10.00 Uhr Schauübung der Freiwilligen Feuerwehr *
                         13.00 Uhr Sportwerbegruppe *
                         15.00 Uhr Modenschau
                         19.30 Uhr Tanz mit dem Trio „Be-re-di"

    18. Juli 1971 13.00 Uhr   Großer Festumzug
                         16.00 Uhr  Kulturveranstaltung auf der Freitanzdiele
                                           (bei Regenwetter in der Turnhalle)
                         20.00 Uhr Fackelzug mit anschließendem Feuerwerk

    Der Festplatz befindet sich an der Gaststätte „Erbgericht" *
    Festplakette berechtigt zum freien Eintritt
     

    Kurzer Abriss aus der Geschichte Bühlaus
     

    Noch zu Beginn des 12. Jahrhunderts war unsere Gegend sehr dünn besiedelt. Serbische Ansiedler hatten sich beiderseits der Elbe niedergelassen, davon zeugen noch heute folgende Namen:

    • Wesenitz (Wjazonika) = Ulmenbach
    • Bühlau, früher Bela (sorb. Bely = hell, klar) = Ort am klaren Bach
       

    Im Jahre 1121 wird der Ort Bühlau urkundlich erstmals genannt:

    „Anno 1121 sind die Teutschen .... eingeschlichen und haben nicht fern von einem Dorfe, Byla genannt, auf einem hohen Berge ein Schloß gebaut". Zur damaligen Zeit verband nur ein alter Handelsweg dieses serbisch besiedelte Gebiet um Bautzen mit dem Elbetal. Die Straße Dresden-Bischofswerda existiert erst seit dem 12. Jahrhundert, wurde jedoch noch im 17. Jahrhundert „Räuberstraße" genannt. Vom 13.-15. Jahrhundert wechselte der Ort Bühlau mehrmals den Besitzer, meistenteils Bischöfe, wobei es nicht immer ohne Fehden abging. Hungersnöte und Pestgänge erschwerten dabei das ohnehin harte Leben der Bauern.

    Als sich zu Beginn des 15. Jh. in Böhmen die Hussiten gegen die Ausbeutung durch die eigene katholische Kirche und ihre Feudalherren erhaben, gelangten sie bei ihren Abwehrkämpfen gegen die deutschen Ritterheere auch in unser Gebiet. 1429 lagerten sie in der alten Schanze bei Altstadt, auch Bischofswerda wurde eingenommen. Die Hussiten wollten vor allem die einfachen Menschen von der Gerechtigkeit ihres Kampfes überzeugen. So erhoben sich auch bei uns viele Bauern gegen die immer grausamer werdende Ausbeutung durch die Feudalherren.

    Die 1517 von Luther eingeleitete Reformation wurde in Bühlau 1559 durchgeführt, obwohl sich der damalige Kirchenfürst Johann VII. von Schleinitz nicht scheute, jede Regung für den Fortschritt mit grausamen Mitteln zu unterdrücken. So suchte er z. B. durch das Heiligsprechung und Verfolgen von Pfarrern die Menschen abzulenken und abzuschrecken.

    Von den furchtbaren Ereignissen des 30jährigen Krieges, 1618 bis 1648, blieb auch die Gemeinde Bühlau nicht verschont. In der zweiten Hälfte des Krieges verheerten kaiserliche Truppen unsere Gegend. Die Bauern litten sagenhaft schwer unter den Einquartierungen und Plünderungen der Landsknechte. Die kursächsischen Truppen brachten dabei die Pest mit, an deren Folgen große Teile der Bevölkerung von Bühlau und Lauterbach zugrunde gegangen sein sollen. Die an der Pest Gestorbenen sollen am Wäldchenweg begraben worden sein.

    1634 endlich erhoben sich unsere Bauern gegen das plündernde Kriegsvolk, sie jagten ihnen das geraubte Vieh wieder ab. Zweimal wurde Bischofswerda von den Schweden eingenommen und seine Einwohner unmenschlich misshandelt.

    Auch in Bühlau hinterließ dieser Machtkrieg seine unübersehbaren Spuren: Dezimierung der Bevölkerung auf 50 Prozent unbewohnte Wirtschaften.
    In den folgenden Jahren verlangten die herrschenden Feudalherren mehr und mehr Frondienste und Abgaben.

    Weitere Kriege folgten: Der Nordische Krieg, der 7jährige Krieg, und wieder mussten von den Einwohnern Soldaten beköstigt und einquartiert werden, diesmal preußische.

    Als Napoleon im Auftrage des französischen Bürgertums nach 1806 auch Deutschland besetzte, sollen am 17. 7. 1807 Tausende von Menschen aus unseren Dörfern nach Schmiedefeld gegangen sein, um im „Dürren Fuchs" den Mann zu sehen, der fast ganz Europa an sich gerissen hatte.

    Im Jahre 1812 häuften sich die Truppendurchmärsche, die so genannte große Armee des französischen Kaisers zog nach Russland. In der Nähe der Landstraße führten sich die französischen Soldaten in allen Dörfern, auch in Bühlau, nicht gut auf.

    Im Februar 1813 trafen die ersten Trümmer der geschlagenen Armee hier ein. Am Kapellenberg kam es mehrmals zum Gefecht. Schmiedefeld und Bischofswerda brannten ab. Der Knecht des Bauern Berge wurde erschossen, als er die brennende Stadt von einer Anhöhe aus betrachten wollte. Dreimal soll Napoleon 1813 im Schlosse Großharthau übernachtet haben.

    Einquartierungen und Kontributionen hielten bis 1814 an, obwohl bereits im September 1813 die Franzosen durch russische Truppen aus unserem Gebiet vertrieben wurden.

    So verlor Lauterbach z. B. in einem Jahr: 57 Pferde, 256 Kühe, 62 Kalben, 42 Ochsen, 7 Bienenkörbe.

    Dick gesät war also schon das Unglück allein durch Kriegsereignisse, aber das war nicht alles, andere Katastrophen forderten den Menschen alles ab:

    • 1577-1586 die Pest haust wieder
    • 1580 ein eisiger Frost verdirbt die Ernte
    • 1590 fällt 36 Wochen kein Regen
    • 1793 ein schweres Gewitter wütet und in Großharthau bricht ein Großfeuer aus
      1840 Hungersnöte
    • zu dieser Zeit zählt Bühlau etwa 430 Einwohner
       

    Zahlreiche Brände vernichteten, was Menschen in harter Arbeit schufen. Nur einige seien aufgeführt:

    • 1901 das Anwesen Nitzsche (jetzt Kettner) fällt dem Feuer zum Opfer
    • 1904 brennt die Scheune von Ufer (später Mittag) ab
    • 1908 das Wohnhaus von Hermann Leuner
    • 1924 brennt es bei Martin und Oskar Winkler
    • 1929 bei Hauswald
      1930 bei Erich Paufler
    • 1933 bei Edwin Richter
      1945 bei Büttrich und Standfuß durch Kriegseinwirkungen
    • 1952 brennt das Sägewerk ab
       

    Doch das Unglück erreichte zweifellos mit dem Jahr 1933 sein größtes Ausmaß. Der faschistische Terror begann und zeigte auch in Bühlau sein wahres Gesicht. Bürger, die der Arbeiterbewegung angehörten, wurden eingekerkert. Unter den im KZ-Lager Hohnstein Inhaftierten befanden sich auch die Brüder Leuner. Abgeordnete mit antifaschistischer Haltung wurden aus der Gemeindevertretung entfernt. Ein unmenschliches Ereignis aus dieser Zeit blieb allen im Gedächtnis:

    Von der SS wurden KZ-Häftlinge durchs Dorf getrieben, von denen zwei aus nichtigen Gründen durch Schüsse ermordet wurden. Die unbekannten Opfer wurden oberhalb der Wesenitz bestattet. Wir pflegen ihr Grab, sie sollen uns und den Nachfolgenden Mahnmal sein.

    Nach der Befreiung des deutschen Volkes vom Hitlerfaschismus durch die Sowjetarmee fand bereits am 1. 6. 1945 die 1. öffentliche Ratssitzung statt. Während solchen bedeutenden Ereignissen, wie dem Volksentscheid im Juni 1946, dem Vereinigungsparteitag im April 1946 und der Gründung der DDR am 7. 10. 1949, übernahmen tatkräftige, bewusste Bürger unserer Gemeinde die schwierige Aufgabe des Umgestaltens. Dabei erwarben sich Genossen, wie Otto Leuner und Alfred Leuner, große Verdienste. Genosse Füger setzte seine ganze Kraft für die Entwicklung einer wirklich sozialistischen Schule ein. Große Initiative beim Bau der Kinderkrippe, des Kindergartens und des Hortes entwickelten die Bürger der Gemeinde in den fünfziger Jahren.

    Am 20. 3. 1953 wurde unsere LPG „Freie Erde" gegründet, deren Bedeutung durch umfangreiche Bautätigkeit schnell wuchs.

    1959 und 1960 entstanden zwei weitere Genossenschaften, die LPG „Hutberg" und die LPG „Freundschaft".

    Die Vorteile der Großproduktion in der Landwirtschaft wurden mehr und mehr von allen erkannt, so entstand 1968 die Kooperationsgemeinschaft Bühlau/Lauterbach, die sich ein Jahr später zur Kooperationsgemeinschaft Großharthau erweiterte. Bereits 1968 vereinigte sich die LPG „Hutberg" mit der Genossenschaft „Freie Erde". Anlässlich des VIII. Parteitages den gleichen Schritt zu gehen, entschlossen sich die Mitglieder der LPG „Freundschaft" und „Freie Erde". Die Vereinigung erfolgte am 1. 7. 1971. Damit gehen wir einen weiteren bedeutenden Schritt auf dem Weg zur industriellen Produktion in der Landwirtschaft.
     

    Festzug
     

    • Bild 1    Um 1100 serbische Siedler in unserem Gebiet
    • Bild 2    1121 erste urkundliche Erwähnung Bühlaus
    • Bild 3    Fränkische Siedler besiedeln unsere Gegend
    • Bild 4    1218 Verkauf unseres Gebietes für 168 Mark Silber an den Bischof von Meißen
    • Bild 5    Räuberstraße, Wegelagerer gefährden den Verkehr
    • Bild 6    Heuschreckenplage in 3 Jahrhunderten
    • Bild 7   Pest und Hungersnot fordern unzählige Opfer unter der Bevölkerung
    • Bild 8    Der 30jährige Krieg führte zum Niedergang der Städte und Dörfer, Bühlauer und 
                    Lauterbacher Bauern setzten sich zur Wehr gegen plündernde Kroaten
    • Bild 9    Wolfsplage durch Jahrhunderte - Bauern werden zur Jagd gezwungen
    • Bild 10  August der Starke
                     Verlegung der Hauptstraße durch Bühlau
    • Bild 11  Gräfin Cosel als Verbannte in Stolpen
    • Bild 12  1756-1763 7jähriger Krieg
                     Plünderungen - Einquartierungen - Kämpfe
    • Bild 13  Napoleon auf der Flucht
                     Erste Waffenbrüderschaft deutsch-russischer Truppen
    • Bild 14  Poststation Schmiedefeld
                     Letzte Fahrt der Postkutsche in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts
    • Bild 15  Zeit des Faschismus - Deutschland ein einziges KZ
    • Bild 16  Sowjetische Armee
    • Bild 17  Aktivisten der ersten Stunde
    • Bild 18  Von der einklassigen Dorfschule.
                     ... zur modernen zehnmaligen polytechnischen Oberschule
    • Bild 19  1954 Die Eröffnung von Kinderkrippe, Kindergarten und Hort brachten unseren
                      Bäuerinnen wesentliche Erleichterungen
    • Bild 20   Sportbewegung in unserem Dorf
    • Bild 21   Entwicklung der Feuerwehr
    • Bild 22   Entwicklung der sozialistischen Landwirtschaft

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